Vermessungsbüro Oertelt

öffentlich bestellter Vermessungsingenieur

Geographische Informationssysteme (GIS)

Was versteht man unter einem geographischen Informationssystem?

Wenn man klugen Wissenschaftlern glauben darf, so stehen wir gegenwärtig am Beginn des Informationszeitalters. Vorgänge zum Erlangen von Informationen werden automatisiert. Die Menge vorliegender oder noch zu erhebender Daten ist nur noch mit Hilfe computergestützter Technologien sinnvoll zu verwalten, zu nutzen und zu vervollständigen.
Ein geographisches Informationssystem bündelt alle Daten, die einen räumlichen Bezug aufweisen, sichert deren Verknüpfung mit Sachdaten und einen schnellen Zugriff. Außerdem besteht die Möglichkeit der Flächenverschneidung.

Als Basis für ein GIS können in Abhängigkeit von der geplanten Nutzung verschiedene flächendeckende Modelle (Karten) Verwendung finden. Für Navigationssysteme oder für Marketingzwecke reichen topographische Karten. Für eine kommunale Anwendung ist die amtliche Flurkarte als Basis unverzichtbar.

Unterschiede gibt es außerdem in der graphischen Ausprägung, die sowohl in der Präsentation als auch in der Handhabung entscheidenden Einfluß haben. Ausschließlich gescannte analoge Karten oder Pläne erscheinen in der gleichen Form auf dem Bildschirm, was für visuelle Informationen sicherlich ausreichend erscheint. Eine Verknüpfung mit Sachdaten oder eine Laufendhaltung ist kaum möglich.
Wesentlich komfortabler sind vektorisierte Daten mit Objektorientierung.

Ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die Einführung digitaler Informationssysteme ist die Erhebung der benötigten Datenmenge. Eine parallele Führung in analoger (z.B.Karteikarten, Pläne) und gleichzeitig in digitaler Form (z.B. kompatible Datenbanken) ist nicht effektiv. Allein aus dieser Tatsache ist erkennbar, wie wichtig es ist, frühzeitig die Weichen zu stellen, um zukünftig Doppelarbeit zu vermeiden.

Was kann ein GIS bewirken? Wie werden sich wiederholende Abläufe unterstützt?

Wir sind der Überzeugung, daß bessere und schnellere Informationen bessere und schnellere Entscheidungen nach sich ziehen. Ganz gleich ob man administrative Vorgänge beschleunigen will oder die Servicefreundlichkeit erhöhen möchte, ein geographisches Informationssystem in Verbindung mit kompatibler Verwaltungssoftware löst diese Vorhaben optimal.

Besonders geeignete Anwendungsfelder sind:

  • Liegenschaftskataster
  • Flächennutzungs-/Bebauungspläne
  • Kanalkataster
  • Leitungskataster
  • Baumkataster
  • Straßen- und Verkehrswegekataster
  • Anbindung und Verwaltung beliebiger Sachdaten
  • Anbindung beliebiger digitaler Bilddaten (z.B.Kanalbefahrung, Fassadenaufnahmen)

Durch die Vernetzung innerhalb der Verwaltung (gegebenenfalls mit Eigenbetrieben wie Stadtwerken, kommunale Wohnungsunternehmen) ist der Zugriff zu einem einheitlichen Datenbestand jederzeit gewährleistet.
Veränderungen müssen nicht an verschiedenen Stellen (und damit mehrfach) nachgeführt werden. Unterschiedliche Zugriffs- und Schreibberechtigungen gewährleisten die Sicherheit des Datenbestandes.
In Richtung Bevölkerung und Investoren entsteht das Bild einer modernen und flexiblen Kommunalverwaltung.

Welche Ausbauh4hasen für den Basisbestand gibt es?

Die notwendigen Leistungsphasen können in 3 Abschnitte unterteilt werden:

  • Anfangsphase (Übernahme des ALK-Inhaltes)
  • Laufendhaltungsphase (Turnusmäßige Aktualisierung des ALK-Inhaltes)
  • Ausbauphase
    Ergänzung mit neuen, zusätzlichen Inhalten in graphischer Form
    • Topographischer Bestand
    • Leitungsbestand
    • geplante Bauvorhaben (Baugenehmigungen, Planfeststellungsverfahren)
    Ergänzung mit Sachdaten
    • Baumkataster
    • Straßen- / Wegekataster, Schilderkataster
    • Leitungskataster
    • Einarbeitung von digitalen Bildmaterial

Wie erfolgt die Aktualisierung und Laufendhaltung?

Ein entscheidendes Kriterium für den Nutzwert eines GIS ist die Laufendhaltung und damit die Aktualität des Inhaltes, ganz besonders aber der graphischen Informationen. Dabei muß eingestanden werden, daß eine permanente Laufendhaltung (tageweise) derzeit nur mit großem Aufwand z.B. über Internet zu realisieren ist. Wichtiger ist aber die zeitnahe Aktualisierung durch die Einarbeitung von kommunalen Aufträgen bzw. Veränderungen. Für die sonstigen Fortführungen, sowohl im Kataster als auch in der Topographie, ist ein Zyklus in Abhängigkeit vom Baugeschehen und Grundstücksverkehr in der jeweiligen Kommune festzulegen.
Die aktuellen Daten werden auf einem Kommunikationsserver bereitgestellt und sind von der berechtigten Kommune über ISDN abzurufen.
Mit dem Zeitpunkt der Bereitstellung von Differenzdaten aus der ALK durch das Staatliche Vermessungsamt sollte diese Möglichkeit genutzt werden.

Welchen Vorteil bietet die Betreuung durch einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbV) ?

Wie bereits erläutert, bildet die amtliche Flurkarte die Basis für jedes kommunale GIS. Der Flurkarteninhalt ist aber ständigen Veränderungen unterworfen, den sogenannten Fortführungen durch hoheitliche Katastervermessungen. Genau diese hoheitlichen Vermessungen führen zukünftig in Sachsen zum überwiegenden Teil die öffentlich bestellte Vermessungsingenieure durch. Die Kommune hat also die Garantie, durch den ÖbV Veränderungen schnellstmöglich in einer gesonderten Ebene eingearbeitet und bereitgestellt zu bekommen.
Die turnusmäßige Übernahme von Differenz-updates über das BZSN-Verfahren (Beziehersekundärnachweis) des Staatlichen Vermessungsamtes garantiert den Abgleich mit dem amtlichen Systemnachweis zeitlich versetzt.
Diesen zukünftigen Ablauf haben wir berücksichtigt, indem wir die gleiche Software wie die Vermessungsverwaltung zur Datenerfassung und Datenhaltung im Auftrag einer Stadt oder Gemeinde verwenden. Unsere Ausgangsdaten sind also mit denen der Staatlichen Vermessungsämter identisch oder sehr schnell anzupassen. Für die Kommunen bedeutet das wiederum eine perfekte Kompatibilität und damit Unabhängigkeit in Puncto Datenquelle für Basisinformationen in der Zukunft.
Dabei ist es gleich, welche GIS-Software die Kommune favorisiert. Durch entsprechende Konvertierung werden die SICAD/open - Daten dem jeweiligen Zielsystem angepaßt.

Auf Wunsch beraten wir Sie auch bei der Auswahl verschiedener Softwareprodukte, angefangen vom einfachen Auskunftsplatz bis zum voll funktionsfähigen GIS-System, mit denen der Datenaustausch über ISDN reibungslos funktioniert.

Beim Betreiben eines GIS hat sich ein arbeitsteiliges Modell bewährt. Während die Mitarbeiter in der kommunalen Verwaltung das Geo-Informationssystem zur effizienten Bearbeitung von Vorgängen nutzen und durch gemeindespezifische Daten ergänzen, übertragen sie uns die Verantwortung für die Vollständigkeit und richtige Darstellung aller gewünschten geografischen Inhalte!

Referenzobjekte:

  • Stadt Penig (Gemarkung Penig)
  • Stadt Limbach-Oberfrohna (Gemarkung Pleißa)