Vermessungsbüro Oertelt

öffentlich bestellter Vermessungsingenieur

Leistungspaket Hausbau (Bauherrenbetreuung)

Der Bau eines eigenen Heims stellt für viele Menschen eine große Herausforderung im Leben dar. Sowohl in zeitlicher, als auch in finanzieller Hinsicht sind Anstrengungen zu unternehmen, die durch eine gute Planung und die Einschaltung von Fachleuten in überschaubaren Rahmen gehalten werden können. Die zwei wichtigsten Spezialisten in der Planungsphase sind der Architekt oder Bauingenieur (Entwurfsverfasser) und ein Vermessungsingenieur (Planverfasser). Auch während der Bauphase kann deren Mitwirkung von großen Vorteil sein.

Grundvoraussetzung für das Vorhaben ist neben der Finanzierung ein bebaubares Grundstück. Abgesehen vom Erwerb einer bereits bestehenden Parzelle (Flurstück) kann auch eine Katastervermessung zur Grundstücksteilung (Flurstückszerlegung) erforderlich werden. In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur zu beauftragen, weil nur dieser eine vermessungstechnische Komplettleistung erbringen kann und somit Reibungsverluste ausgeschlossen werden. Auch die Haftungsproblematik ist eindeutig geregelt.

Vor dem notariellen Kaufvertrag ist es wichtig, durch eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Baubehörde die Möglichkeit der bauliche Nutzung des auserwählten Grundstückes bestätigt zu bekommen. Häufige Ablehnungsgründe sind die nicht gesicherte Erschließung, Lage im Außenbereich (§ 35 BauGB), Naturschutz oder einfach fehlendes Baurecht. Auch bei dieser Recherche bietet der Vermessungsingenieur seine Mithilfe an.

Ist dieses Vorbereitungsstadium erfolgreich abgeschlossen, kann die eigentliche Hausplanung beginnen.

Lage- und Höhenplan

Als Grundlage für die ersten, auf die Örtlichkeit bezogenen, Planungsschritte benötigt der Architekt oder Bauingenieur eine Aufnahme des vorhandenen Geländes. Der entstehende "Rohplan" enthält alle planungsrelevanten, topographischen Elemente wie z.B. Reliefhöhen, Straßenanbindung, erkennbare Ver- und Entsorgungsleitungen, Abstände, First- und Traufhöhen vorhandener Nachbarbebauung, Bewuchs gemäß Baumschutzsatzung (falls vorhanden) und Lage der Eigentumsgrenzen.

Hinweis: Die Lage der Eigentumsgrenzen ist nicht in jedem Fall durch Grenzmarken vor Ort gekennzeichnet. Sollte das geplante Bauvorhaben aber die Mindestforderungen der sächsischen Abstandsflächenregelungen (§ 6 SächsBauO) ausnutzen wollen ( => schwierige Verhältnisse nach SächsBO-DurchführVO §9 Abs. 2 ), so ist die Kenntnis der genauen Lage der Grenzen unabdingbar. Die Grenzherstellung durch einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur liefert die benötigten Angaben.

Lageplan zum Bauantrag

Entspricht der Architektenentwurf in den Kriterien Lage, Höhe, Ansichten und Aufteilung den Vorstellungen des Bauherrn, so übernimmt der Vermessungsingenieur (Planverfasser) das Projekt in den vorhanden Lage- und Höhenplan. Dabei werden die bauordnungsrechtlichen Festsetzungen nachvollzogen und bei eventuellen Verletzungen in Abstimmung mit dem Entwurfsverfasser korrigiert. Der entstehende "Lageplan zum Bauantrag" gemäß §9 SächsBO-DurchführVO enthält:

  • Schriftlichen Teil
  • Zeichnerischen Teil
  • Abstandsflächennachweis

Absteckung der Baugrube

Um den notwendigen Erdaushub für das Kellergeschoß effektiv zu gestalten, rechnet sich in den meisten Fällen die Absteckung der Baugrube. Das Auspflocken der Hauptecken sichert die grobe Lage des Gebäudes und somit die Einhaltung der Mindestmenge abzufahrender oder zu lagernder Erdmassen.


Die gleichzeitige Angabe von Höhenhilfspunkten ermöglicht die exakte Einhaltung der geplanten Höhenverhältnisse unter Beachtung der notwendigen Abwasserentsorgung und kommunaler Vorgaben.

Feinabsteckung der Gebäudeachsen

Für die Realisierung der geplanten Form des Gebäudes, aber noch mehr für die Einhaltung der Lage des Neubaus bezüglich der Eigentumsgrenzen ist eine Feinabsteckung, das heißt die Übertragung der Projektgeometrie in die Örtlichkeit; nicht zu umgehen.

Zweckmäßigerweise geschieht die Markierung der Achsen oder Gebäudefronten auf sogenannten Schnurgerüsten. Für diese Leistung ist es wiederum empfehlenswert, einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur mit den Arbeiten zu betrauen, weil in den meisten Fällen nur dieser Fachmann die Lage der Flurstücksgrenzen kennt oder ermitteln kann.

Jeder Bauherr muß selbst entscheiden, welche von den oben beschriebenen Leistungen er in Anspruch nehmen will und welche nicht. Tatsache ist, daß eine exakte Vermessung den späteren Bewunderern Ihres schmucken Hauses nicht unmittelbar ins Auge fällt.
Leider gibt es aber genug Bauherren, die Einsparungen in der Vermessung durch jahrelangen Nachbarschaftsstreit wegen nicht eingehaltenen Abstandsflächen oder mit ewigen Abwasserpumpen "bezahlen".
Ein kaputtes Dach kann man reparieren, eine defekte Tür kann man austauschen, aber die falsche Lage oder Höhe Ihres Hauses ist, außer durch Abriß, unumkehrbar!